Das Turnierbrett: worauf es wirklich ankommt
Fürs Turnier taugt nicht jedes Schachbrett. Bei offiziellen Veranstaltungen des Österreichischen Schachbundes (ÖSB) und der FIDE gelten klare Vorgaben: Die Felder messen zwischen 5 und 6 cm, die Farben müssen gut zu unterscheiden sein und die Oberfläche darf nicht spiegeln.
Die Auswahlkriterien
- Feldgröße: 55–57 mm — die übliche Größe bei Profiturnieren. Zu kleine Felder strengen die Augen in langen Partien an
- Material: Roll-up-Vinyl (mobil, preiswert, ideal für unterwegs) oder echtes Holz (schön, langlebig, für daheim)
- Farbkontrast: Beige und Braun (der Turnierklassiker) oder Elfenbein und Schwarz. Meiden Sie zu helle oder zu dunkle Töne, sie ermüden das Auge
- Rutschfeste Unterseite: Bei Vinyl sollte die Rückseite griffig sein — wichtig in langen Partien, in denen das ständige Ziehen das Brett verrücken kann
Turnierbrett aus Vinyl
ÖSB-/FIDE-konform, Felder mit 55 mm, leicht und handlich. Ein Muss für Turnierreisen.
Bei Le Palais ansehen →Schachbrett aus Edelholz
Nuss, Palisander, Ahorn — für die schönsten Partien daheim, gebaut für ein ganzes Schachleben.
Modelle ansehen →Die Turnierfiguren: gewichtet oder nicht?
Bei offiziellen Turnieren sind Staunton-Figuren der allgemeine Standard. Das im 19. Jahrhundert eingeführte Design setzte sich wegen seiner Übersichtlichkeit und Alltagstauglichkeit weltweit durch. Die Qualität reicht von schlichtem Kunststoff bis zu fein geschnitzten Figuren aus Edelholz.
Gewichtete und ungewichtete Figuren
Gewichtete Schachfiguren (mit einem Metallgewicht im Fuß) stehen sicherer und liegen beim Ziehen edler in der Hand. In langen Turnierpartien (sechs Stunden) kippen oder verrutschen sie dadurch seltener. Ungewichtete Figuren sind leichter und billiger — für gewöhnliche Vereinsturniere genügen sie vollauf.
Königshöhe
Das Maß aller Dinge bei Schachfiguren ist die Königshöhe. Bei Feldern von 55–57 mm passt für ein normales Turnier eine Königshöhe von 95–100 mm am besten. Als Faustregel gilt: Der Königsfuß sollte 75–80 % der Fläche eines Feldes einnehmen.
Staunton-Figuren aus Kunststoff
Turnierstandard, robust, ungewichtet. Ideal für Vereine und Turnier-Einsteiger.
Figuren ansehen →Gewichtete Holzfiguren
Buchsbaum, Ebenholz, Palisander — gewichtete Schachfiguren aus Edelholz, die sich wie beim Profi anfühlen.
Modelle ansehen →Die Schachuhr: ab dem ersten Turnier unverzichtbar
Wer ein Turnier spielt, ohne daheim mit der Schachuhr geübt zu haben, macht diesen Fehler genau einmal. Zeiteinteilung lernt man nur an einer echten Uhr. Ohne sie zu starten, ist, als träte man in Straßenschuhen zum ersten Lauf an.
DGT: der Weltstandard
Die Marke DGT (Digital Game Technology) ist bei FIDE-Turnieren und in den allermeisten europäischen Bewerben am häufigsten anzutreffen. Mit diesen Uhren lassen sich alle offiziellen Bedenkzeiten (klassisch, Schnellschach, Blitz) mit oder ohne Zeitzuschlag exakt einstellen.
DGT Easy Plus
Einsteigermodell, einfach zu bedienen, ideal für die ersten Turniere und für Partien daheim.
Schachuhr ansehen →DGT 3000
Der ÖSB-/FIDE-Standard, programmierbar. Die DGT-Schachuhr, wie man sie bei nationalen Meisterschaften sieht.
DGT 3000 ansehen →Software und digitale Werkzeuge
Seit dem Zeitalter von Stockfish gehört Analysesoftware zur Grundausrüstung jedes ernsthaften Spielers. Die wichtigsten Möglichkeiten im Überblick:
- Lichess.org (gratis): Partieanalyse mit Stockfish, bewertete Schachaufgaben, eine Datenbank mit mehreren Milliarden Partien, Eröffnungsstatistiken. Es gibt keinen Grund, darauf zu verzichten
- ChessBase Reader (gratis) / ChessBase 18 (kostenpflichtig): Verwaltung von Partiedatenbanken, eigenes Eröffnungsrepertoire. Die Bezahlversion ist das Standardwerkzeug der Profis
- Chessable (Freemium): Eröffnungen mit Spaced Repetition einprägen (eine wissenschaftlich belegte Lernmethode). Viele Kurse von Großmeistern verfügbar
- Chess.com Premium: unbegrenzter Zugriff auf Videolektionen, vertiefte Analysen, regelmäßige Online-Turniere. 10–15 €/Monat
Unverzichtbare Bücher nach Spielstärke
Anfänger bis 1400
- Die Grundlagen des Schachspiels — José Raúl Capablanca (restlos klar, mit Endspielübungen)
- Winning Chess Tactics — Yasser Seirawan (Einstieg in taktische Motive, didaktisch erklärt)
1400 bis 1800
- Silman's Complete Endgame Course — Jeremy Silman (Endspiele nach Elo-Stufen, ein einzigartiger Ansatz)
- Mein System — Nimzowitsch (die Bibel des Positionsspiels, auch 2026 noch unverzichtbar)
- Winning Chess Endings — Seirawan (praxisnahe Endspiele für Vereinsniveau)
Ab 1800
- Dvoretsky's Endgame Manual — Mark Dvoretsky (das Endspiel-Standardwerk schlechthin, dicht und umfassend)
- Positional Chess Handbook — Israel Gelfer (knapp 500 Übungsstellungen)
Übersicht nach Budget
| Budget | Priorität | Empfohlene Investition |
|---|---|---|
| Einstieg — 50 € | DGT-Easy+-Schachuhr + Vinylbrett | rund 60 € insgesamt |
| Verein — 120 € | DGT 3000 + Vinylbrett + gewichtete Kunststofffiguren | rund 130 € insgesamt |
| Ambitioniert — 250 € | DGT 3000 + komplettes Holzset (Buchsbaum, Nuss) | rund 220–280 € insgesamt |
| Experte — 500 €+ | Edelholz-Set + ChessBase + Chessable-Großmeisterkurs | 500 €+ insgesamt |